Tag-Archiv | fear the walking dead

Fear the Walking Dead 1×05

Inhalt: Spannender Cliffhanger, keine Zombies, Folter

Der Aufbau der einzelnen Folgen von FtWD wiederholt sich. Es passiert nichts, dann kommt am Ende ein cooles Bild oder eine viel versprechende Entwicklung. Das nervt.

Diese Woche wollen wir natürlich wissen, was so gruseliges in dem angeblichen Militärhospital vorgeht. Wir sehen: es ist ein Hospital. Boah. Außerdem sitzen manche Leute in Käfigen fest und werden überprüft, ob sie z.B. Anzeichen einer Infektion zeigen, und dann weg geschafft. Gruselig. Nick trifft einen Schwarzen im Anzug, der sich ein wenig wie ein Teufel aufführt mit langen Selbstgesprächen, und der Nick beschützt. Das tut er übrigens, indem er die Wachen mit wertvollen Manschettenknöpfen besticht. In einer Welt, in der schon jetzt viele, viele Häuser leer stehen und man in jedes Haus und jede Bank und jedes Juweliergeschäft gehen könnte, um so viel Geld und Gold zu holen, wie man will.

Mich ärgert wirklich, und darum hacke ich darauf auch herum, wie banal das alles ist. Die Macherinnen der Serie haben sich entschieden. Sie wollen die Infektion nicht so zeigen, dass Zuschauerinnen alles verfolgen können, was passiert. Also bekommen wir keine Informationen darüber, wer in der Regierung oder im Militär noch das Sagen hat. Wir bekommen keine Einblicke in den Zombie-Ausbruch, den die Figuren nicht haben, und die Figuren sind aber nun wirklich überhaupt nicht neugierig.

Die Macherinnen wollen aber auch nicht realistisch beschreiben, was passieren könnte. Denn herauszufinden, wie es tatsächlich mit so einer Versorgung wäre, welche Schritte und Entwicklungen sinnvoll wären – wie eben zum Beispiel, dass goldene Manschettenknöpfe niemanden interessieren würden -, bedeutet Recherche und vielleicht auch Introspektion. Ich werfe den Macherinnen nicht vor, dass sie diese Zeit nicht nehmen. In einer normalen Serienproduktion müssen Woche für Woche Skripte abgeliefert werden, da muss man eben primär an die Story denken. Trotzdem finde ich manchmal, dass vielleicht die Rolle einer „kritischen Freundin“ oder ähnliches im Drehbuchraum angemessen wäre.

Nun ja, jedenfalls bleibt den Macherinnen dann nur, spannende Storys zu erzählen, aber sie wollen nicht actionreich sein, sie wollen sich Zeit lassen und den angeblichen Grusel andeuten, dann durchschlagen lassen. Darum ist dies auch die dritte Folge in Folge ohne Zombiebedrohung. Aber immerhin geht jemand in einen dunklen Keller mit einer Taschenlampe mit Wackelkontakt.

Die letzte Chance ist nun, diese banalen Dinge mit Figuren zu erzählen, die interessant sind. Aber das sind sie nicht. Ich muss immer noch jedes Mal bei Wikipedia nachlesen, wie die Leute eigentlich heißen. Ich interessiere mich null für Alicia, die nach ihrem Schwarzen Freund nun anscheinend mit Chris zusammenkommt, ist immerhin der einzige Nichtverwandte ihres Alters und die beiden zerstören gemeinsam ein verlassenes Haus. Und Ofelia verführt einen Soldaten, der dann aber von ihrem Vater gefoltert wird. Sie weiß das aber nicht. Sonst bekämen wir ja vielleicht mal einen interessanten Gewissenskonflikt. Aber nein, Vater ist ein eiskalter Folterer, Tochter ist unwissend.

Es gibt genau eine interessante Storyline mit dem bislang sehr langweiligen Travis. Der soll nämlich im Beisein von Soldaten einen Zombie erschießen, kann das aber nicht. Zu sehr sind das für ihn noch Menschen, die vielleicht geheilt werden können. Oder zu sehr kann er einfach nicht töten. Das ist interessant. Hätte man das gekoppelt z.B. mit der bewussten Entscheidung seiner Frau, den Soldaten zu foltern, und hätte man die beiden dann aufeinander losgelassen, hätte das interessant sein können: welche Moral können wir uns in so einer Situation erlauben? Welche Moral müssen wir uns vielleicht erhalten?

Die Antworten sind aber, so fürchte ich, den Macherinnen bereits klar: Egoistisch sein, eine Kleingruppe beschützen, alles andere ist abzulehnen. Die Folter hilft für nützliche Infos und wir sehen auch nicht so genau, was da eigentlich passiert, und der Soldat ist nachher auch noch gut drauf. Wird vielleicht sogar alles verzeihen, wenn er überleben sollte.

Nun ja. Noch eine Folge, in der also folgendes droht: das Militär will abziehen und eine Bombe werfen, ohne die Bevölkerung zu retten (unklar, warum das so sein sollte – alle Überlebenden sind doch wertvoll). Ein großes Stadion voller Zombies droht, zu platzen. Und es ist noch eine Nacht Zeit. Also wird womöglich doch noch was passieren, und in der letzten Folge dann viele sterben, und ich stelle fest, dass mich überhaupt nicht interessiert, wer lebt und wer stirbt, weil die sich alle so blöd anstellen und so langweilig sind.

Ich freue mich also auf nächste Woche.

Fear the Walking Dead 1×04

Na, war das jetzt eine Verbesserung?

Inhalte: keine Zombies, Militarismus, Krankheiten und Süchte

Die vierte Folge von FtWD hat mir bislang am Besten gefallen, was bedeutet, dass ich mich nur ganz wenig geärgert habe. Aber mitgerissen hats mich leider auch nicht.

Der Vorort von Maddie und Travis und der erweiterten Familie (Nick und Alicia, Liza und Chris, Daniel und Griselda und Ofelia) wurde vom Militär gesäubert und mit einem Schutzzaun versehen. Nun gibt es regelmäßig Strom, ein wenig Essen, die Idee von öffentlicher Ordnung. Liza gibt sich als Krankenschwester aus und pflegt Nachbarinnen, Travis arrangiert sich besonders schnell und wird so eine Art Vermittler zwischen Militär und der Nachbarschaft, Maddie hat am ehesten zu knappsen, aber auch die meiste Arbeit. Die Salazars kümmern sich um Griseldas entzündeten Fuß, Ofelia verführt sogar einen Soldaten, um an Medizin zu kommen (erfolglos).

Alles dreht sich um zwei Ereignisse: erst entdeckt Chris in den Hügeln ein flackerndes Licht, aber das Militär behauptet, es könne niemand mehr da draußen leben. Dann kommt endlich eine Ärztin in die Stadt und nimmt alle Kranken mit in ein angebliches Krankenhaus außerhalb der Stadt. Auch der drogensüchtige Nick wird mitgenommen, und Liza geht freiwillig mit – die Ärztin möchte, dass Liza weiterhin die Krankenschwester spielt. Gekoppelt mit den abfälligen Kommentaren der Soldaten ist zu erahnen, dass hier nicht alles koscher ist, und am Ende scheint es so, als seien die flackernden Lichter in den Hügeln eher Mündungsfeuer.

6 Folgen sind für diese erste Staffel womöglich einfach zu wenig, das Budget zu klein. So spielt sich alles in zwei Straßen ab, wo mir doch zuerst der Untergang der Welt am Beispiel von Los Angeles versprochen wurde. Die fehlende Zeit äußert sich darin, dass ich mich nie mit den Figuren zusammen richtig sicher fühlen darf, dass die Versuchung durch das Militär nicht deutlich wird, bevor die Korruption erkennbar ist. So bleibt es an einzelnen Dialogen, Tragik und Spannung aufzubauen, und die Dialoge haben ja schon die Originalserie nicht berühmt gemacht.

Ärgerlich in dieser Folge ist vor allem, wenn Maddie sich durch den Sicherheitszaun schleicht. Wohl wissend oder zumindest ahnend, was vor sich geht – wenn schon keine Zombies, dann aber ansteckende Krankheiten und angriffslustige Infizierte -, macht sie bedenkenlos ein Loch in den Zaun und geht dann unbewaffnet los, lässt sogar eine auf der Straße liegende Pistole in Ruhe, statt sich zu bewaffnen. Und kehrt unversehens zurück ohne Angst, eventuell nun infiziert zu sein. Es gibt überhaupt in dieser Folge keinerlei – null – Diskussion über die Ursachen der Krankheit oder ihre Folgen. Es gibt keine größeren Themen als das aktuelle Leben der jeweiligen Person: hier muss gestrichen werden, wo bleibt der Strom, gibt es Medizin usw. Die Figuren sind unbewegt, untraumatisiert, uninteressiert. Niemand fragt sich, was in L.A. passiert sein mag. Eine Wand mit Botschaften an Vermisste macht deutlich, wie wenig diese Leute sich um andere sorgen: keine Freunde, Kollegen, Familie – aber auch keine Trauer.

Das ist langweilig.

Die beste Szene der Folge war, als Nick sich unter das Bett eines Herzkranken legt und dessen Morphin für sich selbst abzweigt. Eine brutale Junkie-Aktion, die passte und ehrlich schien.

Nun ja, ich hoffe, dass die nächste Folge (die vorletzte der Staffel) dann endlich loslegt mit Grusel und Zombies, denn Melodrama oder Drama oder Charakterstudie können die hier nicht. Bis dahin!

Fear the Walking Dead 1×03

Nach der dritten Folge von FtWD bin ich echt genervt.

Die Figuren zeigen ein ständig wechselndes Bild der Situation: Da ist eindeutig die Nachbarsfamilie hingerafft worden, und man hat genug Angst, um nicht nachzusehen oder Hilfe anzubieten. Aber gleichzeitig bereitet man sich in keiner Weise darauf vor, abzuhauen, sich zu wehren oder nur sich zu verbarrikadieren. Da wird die Tochter immer noch im Dunkeln darüber gelassen, was vorgeht.

Da steht Travis einem Zombie gegenüber, der gerade vor seinen Augen einen Hund frisst, und nähert sich ihm naiv. „Peter, komm schon, du bist krank.“ Selbst wenn – in diesem Moment ist Peter eindeutig gefährlich. So eine Blauäugigkeit, gekoppelt immer noch mit so einer Herzlosigkeit, andere Menschen nicht zu warnen und ihnen nicht zu helfen, macht diese Figuren ärgerlich.

Dazu kommt, dass dadurch in den Folgen nichts passiert. Da sitzt die Familie um den Tisch und spielt Monopoly. Boah. Weil die Autorinnen die Idee so toll finden, dass Familientraditionen in dieser neuen Welt neu geschrieben werden müssen. Darum bitte auch noch drei mal die platte Hüpfburg einblenden, nicht um an die Unmenschlichkeit der Heldinnen zu erinnern, sondern um tragisch die neue Welt zu inszenieren. Und jetzt bitte noch ein einzelnes kleines Mädchen mit Teddy, das aber nur als Bild wichtig ist, weshalb niemand losgeht, um diesem Mädchen zu helfen. Es ist gleich wieder vergessen.

Wir erfahren auch kaum, was diese Familien bewegt. Ich meine, ob die Welt untergeht oder nicht, immerhin passiert da etwas Abgefahrenes. Das muss man doch für sich einordnen und diskutieren. Was denken die? Was macht das mit ihren Grundwerten? Welche Konflikte, welche Zuflucht finden sie? Nicht einmal das wird geschildert. Aber natürlich auch nicht der Blick aufs Große. Nichts.

Ebenso seltsam: Nach einem ganzen Tag von Randalen, die so schlimm sind, dass die Heldinnen sich nicht vor die Tür trauen, kommt die US-Polizei harmlos mit Schilden und Schlagstöcken, anstatt wie aus dem Fernsehen bekannt militaristisch vorzugehen. Und der Geländewagen der Heldinnen steht auch noch unbeschadet mitten auf der Straße. Natürlich.

Dies ist eine nichtssagende Serie mit unsympathischen und dummen Figuren und unrealistischen Begebenheiten und damit erkennbar Teil der Welt von The Walking Dead.

Am Ende der dritten Folge hat das Militär eingegriffen. Geändert hat sich anscheinend trotzdem nichts.

Und das Ärgerlichste an dieser Serie: das Konzept ist gut, und die Ausführung so schlecht, aber hochwertig, dass ich weitergucken will, welchen Mist die sich nächste Woche einfallen lassen. Hatewatching nennt man das wohl.

Na dann bis nächste Woche.

Fear the Walking Dead – 1×02

Die zweite Folge von Fear the Walking Dead ist in mehrfacher Hinsicht ärgerlich, aber in Teilen auch hoffnungsvoll. Zunächst scheint es mir, als würden sich die sechs Folgen der ersten Staffel nicht in die Zombiewelt stürzen, denn auch am Ende dieser Folge gab es nur vereinzelte Treffen mit Untoten, die Gefahren gehen noch von Menschen aus und einer so langsam zerbrechenden Gesellschaftsstruktur. Das könnte interessant sein…

…wenn die Autorinnen die Figuren nicht sehr der Originalserie angepasst hätten. Was bedeutet: sie erkennen nur teilweise die Situation, sie handeln nicht entsprechend, sie verhalten sich sogar so richtig bescheuert.

  • Nachdem Madison bereits einen Zombie erlebt hat und nun eindeutig ihren Freund Art vor sich sieht, der ein Zombie ist, geht sie trotzdem arglos auf ihn zu und wird beinahe gefressen. Es ist nicht so, dass sie Arts Zustand nicht verkraftet, oder dass sie Vorsicht walten lässt, aber ihn nicht angreifen kann. Sie geht einfach zu ihm und wird fast gefressen.

  • Zwar verlangen Madison und Travis, dass Tochter Alicia ihren kranken Freund Matt allein lässt (er wird wahrscheinlich sterben und unsterben), aber sie erzählen Alicia nicht, was los ist. Sie verlangen nur von ihr, dass sie zu Hause bleibt und gehorcht. Das ist bekloppt und bescheuert und ärgert mich doppelt, falls Alicia in kommenden Folgen abhauen sollte. Auch, weil angedeuteter Ungehorsam Alicias bislang nicht als normale Reaktion auch Arschlocheltern gezeigt wird, sondern als riskantes und dummes Teenager-Verhalten – obwohl Alicia janix weiß.

  • Ditto Chris, der eine Spontan-Demo gegen Polizeigewalt begleitet und nun einfach auf Kommando seines entfremdeten Vaters mitkommen soll. 

  • Und natürlich tritt die Mutter (Liza) sofort in der Hierarchie zurück und sagt nur „Hör auf deinen Vater.“

  • Den Nachbarn mit ihrer kleinen Tochter sagt die Familie nichts. Nicht einmal eine vage Warnung. Wenn dann am Ende die Familie gefressen wird, ist das für mich keine Tragik, das ist nur ekelhaft. Geschuldet erstens den unmenschlichen Hauptfiguren, die ich nun schon nicht mehr mag, und zweitens den Autorinnen, die sich darin gefallen, hier noch einmal den Tod eines Kindes anzudeuten, nur weil das grausam wäre.

  • Obwohl die Lage deutlich außer Kontrolle gerät, sammelt Madison keine Vorräte und fährt auch nicht aus der Stadt, solange das noch geht. Weil sie auf ihren Mann warten will, der ihr gleichwohl sagt, sie solle schon voraus fahren. Macht sie aber nicht, sie packt nicht einmal. Was im Endeffekt bedeuten wird, dass fehlende Vorräte oder Rettungsaktionen und ggf. Tote daran liegen, dass die Frau nicht auf den Mann hört.

  • Als Travis, Liza und Chris Zuflucht finden bei einer Latin@-Familie, erzählen sie auch denen nicht, was los ist. Weil das Arschlöcher sind.

Immerhin werden die Latin@s wohl noch eine Rolle spielen, da zumindest zwei Figuren (Daniel und Ofelia Salazar) in der Besetzungsliste der Startsequenz vorkommen. Also durchaus ein nicht so weißes Bild wie im Original. Wobei die drei Schwarzen Männer nun allesamt tot sind (bzw. Matt wohl tot/untot ist, wir das aber noch nicht gesehen haben).

Schließlich muss ich noch sagen, dass die Spontan-Demo problematisch ist. Da stehen kamerawirksam alle möglichen Menschen und beschweren sich, dass die Polizei einen Obdachlosen erschossen hat, obwohl diese Bewegung in den USA als Black Lives Matter bekannt ist und überwiegend Schwarz organisiert ist. Hier wird also ein aktueller Konflikt instrumentalisiert aber seiner politischen Dimension beraubt. Zudem endet das in einem anscheinend stundenlangen Aufruhr, bei dem sich unsere Heldinnen nicht mehr auf die Straße trauen – und nicht explizit aus Angst vor der Polizei, obwohl dies als PoC sehr viel realistischer wäre.

Ich wünschte wirklich, wir bekämen hier Hauptfiguren, die die Wahrheit ahnen oder zumindest sich schnell vorbereiten und effektiv handeln und nicht solche, die durch die Apokalypse stolpern. Es wäre für mich spannender und erschreckender, wenn die Familie offen kommunizierte, auf einander hörte, sich vorbereitete und dennoch nicht alle Eventualitäten abdecken könnte. Außerdem wären das dann keine Menschen, die ich für unvorsichtig oder gar unmenschlich halte, was bereits in Folge 2 ein Problem sein könnte.

Warten wir mal auf Folge 3.

Fear the Walking Dead – 1×01

Die Ferien sind vorbei, ich habe wieder etwas Zeit im Zug. Und passenderweise gibt es neue Folgen von The Walking Dead, genauer Fear the Walking Dead, ein Ableger der Originalserie, der uns endlich zeigen soll, wie die Apokalypse ablief.

Fear the Walking Dead (FtWD) spielt in Los Angeles und handelt von der Beratungslehrerin Madison und ihrer Patchwork-Familie: sie hat eine Tochter (Einserschülerin Alicia) und einen knapp erwachsenen Sohn (Junkie Nick), ihr neuer Freund Travis hat noch seine Exfrau Liza und den Sohn Chris, mit denen er sich nicht versteht. Nick hat nun eine Begegnung mit einem Zombie in einer Drogenabsteige, und während im Land immer mehr Leute krank werden oder nicht zur Arbeit erscheinen, kommt die Familie der schrecklichen Wahrheit auf die Spur. Am Ende der Folge haben auch Madison und Travis ihren ersten Zombie gesehen und Alicia ist auf dem Weg zu ihrem Freund Matt, der krank geworden ist.

FtWD macht gleich zu Beginn ein paar Sachen besser: die anscheinenden Hauptfiguren sind eine weiße Frau und ein Latino, dessen Exfrau und Sohn auch Latin@ sind. Matt und der Kumpel des Sohnes, Calvin, sind schwarz, so wie der Rektor der High School (Art). Den Credits kann man entnehmen, dass noch zwei weitere Latin@-Figuren dazu kommen werden. Das ist ein sehr viel diverseres Bild als in der weiß-männlichen Originalserie, wo es schon ein Running Gag ist, dass es nur eine schwarze Nebenfigur geben darf, die gerade dann etwas Plot bekommt, wenn sie kurz davor ist, zu sterben und durch einen neuen Schwarzen ersetzt zu werden. 

Wobei zugegeben am Ende der ersten Folge bereits ein Schwarzer wieder tot ist, der Zweite wahrscheinlich ein Zombie und der dritte als Schulrektor wohl sterben wird. Es bleibt also abzuwarten, wie sehr doch wieder eine weiße und männliche Perspektive eingenommen wird.

Ebenfalls anstrengend finde ich die Langsamkeit der Erzählung. Als Zuschauer weiß ich ja, was grob passieren wird, und ich weiß auch, was Zombies sind. Nun aber mit den Figuren erneut durchzuspielen, was Zombies sind, wie sie zu töten sind, was in der Welt passiert usw. kann schon mal anstrengend sein. Da wäre es vielleicht geschickter gewesen, als Hauptfiguren eben keine „Normalfamilie“ zu nehmen. In der Schule gibt es einen Jungen (Tobias), der Madison vor dem Kommenden warnt –  warum nicht eine Familie, die auf alles gefasst ist oder schnell an die Apokalypse glaubt? Dann könnte man immer noch zeigen, wie andere die Warnungen ignorieren, aber man könnte ebenso sehen, wie Menschen bewusst versuchen (und es teilweise schaffen), sich auf die Katastrophe vorzubereiten. Dass hätte ich viel angenehmer empfunden, als dass hier Menschen durch verlassene Drogenhöhlen stapfen, in denen Blutlachen zu sehen sind, und das nicht weiter erwähnenswert finden. 

Eine gute Idee ist in meinen Augen, dass Nick ein Junkie ist. Die Versorgung mit Drogen oder Methadon in einer Zombiewelt bzw. ein kalter Entzug darin werfen ganz eigene Probleme auf, die interessant sein können. Ansonsten weiß ich nicht, ob wir wirklich Teenager gebraucht haben, die natürlich die weisen Ratschläge der Eltern in den Wind schlagen und sich selbst in Gefahr bringen werden, weil Gott bewahre, dass Teenager mal nicht wie blöde Hirnies agieren. Bezeichnend, dass Produktionen immer meinen, mit jungen Figuren schaffe man Identifikation mit Teenagern und würde sie dazu bringen, einzuschalten – dann aber diese Teens mit Idiotenplots ausstatten.

Die erste Folge fand ich jedenfalls vorsichtig empfehlenswert. Kein Knaller, aber ich will schon mal sehen, wo die Reise hingeht. Anzeichen, dass die Serie nicht so frustierend wird wie das Original, gibt es aber wenige.