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The Walking Dead – Staffel 4 Ende

Die letzten Folgen der vierten Staffel führen die Idee der verprengten Gruppe fort, sodass wir weiter mehrere Plotstränge haben, von denen einer ganz interessant ist. Als da wären:

Inhalt: Gewalt, Vorhersehbarkeit, Gewalt gegen Kinder, Kannibalismus

  • Tyreese und Carol kümmern sich weiter um Lizzie und ihre Schwester sowie das kleine Baby von Rick. Sie kommen an eine Jagdhütte, die sicheren Unterschlupf verspricht. Aber Lizzie versteht nicht, dass Zombies böse sind – sie ist dissozial, hält die Beißer aber für ihre Freunde. Und so ersticht sie ihre Schwester, damit diese auch zu einem Zombie wird. Um das Baby und sich selbst zu schützen, bringt Carol dann Lizzie um. Anschließend erzählt sie Tyreese, dass sie (Carol) Tyreeses Freundin umgebracht hatte, um die Gruppe zu schützen. Diese Geschichte nimmt eine ganze Folge ein und ist generell recht effektiv, und die Parallele zwischen dem Tod von Lizzie und dem Tod von Tyreeses Freundin – zum Wohle aller -, wird nicht expliziert. Aber natürlich gibt es auch hier Momente, wo Carol mehrfach den Kindern erklärt, in dieser neuen Welt müsse man eben bereit sein, Menschen zu töten, um sich und andere zu retten, und der ironische Twist ist dann, dass Carol eben Lizzie töten muss. Also mehr so Holzhammer-Ironie. Aber Carol ist cool, also.

  • Daryl und Beth haben gottseidank keinen Sex, auch wenn Beth sich also totales Manic Pixie Dream Girl herausstellt, die mit ihrer Naivität und ihrem Optimismus auch Daryl wieder dazu bringt, an die Menschheit zu glauben (wobei Daryl auch vorher im Gefängnis eher einer der stabileren war, aber das ist eben die Geschichte, die hier erzählt wird). Das ist natürlich der Moment, wo ein Dutzend Zombies lautlos angreift und in dem Gemnge wird Beth von Unbekannten entführt. Daryl schließt sich daraufhin einer Bande von Streunern an, die einen eher brutalen Kodex leben und – Zufall über Zufälle – hinter Rick her sind, der einen von ihnen zum Zombie machte.    

  • Maggie, Bob und Sasha (die übrigens Tyreeses Schwester ist, nicht seine Tochter) suchen nach Glenn. Dabei gehen sie in Richtung Terminus. Aber zuerst lässt Maggie die beiden anderen zurück und wir bekommen eine Holzhammer-hoch-drei-Metapher übers Alleinsein, weil Bob sich weigert, Maggie allein zu lassen. In einer Rückblende sehen wir, dass Bob sogar der Meinung ist, eine Gemeinschaft sei immer besser als Alleinsein, egal, mit wem man zusammen ist. Erzähl das den Leuten um den Gouvernor, Bob – und das gleiche bitte ich die Autorinnen, die uns ja gerade erst lang und breit zeigten, dass das eben nicht egal ist. Na, egal. Bob will Maggie auf keinen Fall allein lassen, und obwohl er sich in Sasha verliebt, ist er bereit, diese allein zu lassen, um Maggie nicht allein zu lassen. Ein anderer Grund als der, dass a) Maggie weiß ist und b) Maggie explizit allein gelassen werden wollte und Bob das als Mann nicht durchgehen lassen kann, fällt mir nicht ein. Jedenfalls findet Sasha dann Maggie und gibt weinend zu, dass Bob mit seinen Ausführungen Recht hatte: Sasha hatte einfach Angst, dass Tyreese sich als definitiv tot erweist. Gut, dass Bob Sasha ihre Gefühle erklären konnte.    

  • Glenn und Tara sind mit Major Ford Mercedes Audi unterwegs. Rosita Espinoza hat inzwischen zum Glück Hosen gefunden und ein Hemd, das sowohl Bauchnabel als auch Brust bedeckt, und jetzt sieht sie einfach aus wie eine Soldatin. Gut. Glenn ist wie verrückt auf der Suche nach Maggie, weil diese ihm Zeichen hinterließ, dass sie noch lebt. Also ist er sogar bereit, durch einen Tunnel voller Zombies zu gehen, weil der Umweg ihn einen Tag kosten würde. Die Soldaten beschützen immerhin Dr. Mantamatte, den klügsten Hinterwäldler der Welt (und ein Terminator, wenn man vom Gang ausgehen kann). Darum trennen sie sich von Glenn und Tara, suchen sich ein Auto, warten dort noch ein wenig, ob sich Glenns Meinung ändert, und fahren dann von Mantamatte geleitet doch den Umweg. Und sind schneller am Ausgang des Tunnels als Glenn es wäre – also gar kein Umweg! Das ist die Qualität der Drehbücher von The Walking Dead. Im Tunnel sieht es so aus, als würden Glenn und Tara gefressen, aber dann tauchen die Soldaten mit Maggie und Co. auf und alle sind wieder vereint. Maggie erzählt noch, dass sie mit ihren letzten Kugeln einen Teil des Tunnels zum Einsturz brachte, was in der Erzählung schon unwahrscheinlich ist und daher zum Glück nicht gezeigt wurde. Nun zieht man gemeinsam nach Terminus, wo die Soldaten hoffen, Ausrüstung zu kriegen. Die Wiedervereinigung von Glenn und Maggie geht aber schon etwas ans Herz.

  • spätestens jetzt ist übrigens klar, dass Terminus eine Falle sein wird und Dr. Mantamatte wohl ein Hochstapler ist – er lenkt die Soldaten auf Umwege und hält seine Erkenntnisse geheim, obwohl doch erste Priorität wäre, das aufzuschreiben oder anderen zu erzählen. In dieser Welt stirbt man an so vielen Dingen… wahrscheinlich will der Typ nur ein paar Bodyguards und lügt die Soldaten an.

  • Damit sind wir bei Rick, Michonne und Carl. Michonnes Aufgabe ist nun völlig, Carl zum Lachen zu bringen (worüber Rick dann gönnerhaft lächelt), weil die Gefühle der Männer halt wichtiger sind. Sie treffen auf Daryl und die Gang, und es passiert Scheiße. Denn nun ist plötzlich diese bislang zurückhaltende Serie aus dem Ruder: Michonne soll vergewaltigt werden, und auch Carl soll vergewaltigt werden, natürlich von einem Dicken, weil besonders eklig. Daryl will eingreifen und wird verprügelt, und dann beißt Rick dem Änführer die Kehle durch und prügelt den Dicken zu Brei. Und anstatt dies als etwas zu sehen, das Rick endgültig zu einem Monster macht, ist es vielmehr rechtschaffene Wut und eine „normale“ Reaktion, wenn man der Serie und den Figuren glauben soll. Rick ist problemlos danach noch der Anführer, auch wenn es Michonne zufällt, Carl danach erst mal zu beruhigen. Weil Rick sich ja ohnehin nie um seine Kinder kümmert.

In der letzten Szene dieser beschissenen Show kommen Rick und Co nach Terminus und Rick erkennt Besitztümer seiner Freundinnen aus dem Gefängnis (Hose, Weste, eine Taschenuhr, also hoch individuelle Gegenstände), und während wir noch mit den Augen rollen, haben die Leute von Terminus schon einen der Ihren erschossen und Rick und der Rest werden durch Mündungsfeuer durch den großen Bahnhof gelenkt und sie rennen an einem großen Käfig voll blutiger Knochen vorbei (na klar!) und müssen dann ihre Waffen abgeben, bevor sie in einen Waggon gesteckt werden. Und in dem Waggon sind alle anderen Überlebenden außer Carol, Tyreese und Baby Grimes, und alle akzeptieren sofort Ricks Führungsanspruch, und Ricks letzte Worte dieser Staffel sind: „Die haben sich mit den falschen angelegt.“ Also die abgenudeltsten Worte aller Zeiten.

Cool wäre es gewesen, wenn Terminus eine echte Zuflucht gewesen wäre, die Rick durch Paranoia zerstörte oder so etwas. Aber nein, da dieser Typ selbst nach diesen Gewaltexzessen niemals Unrecht haben darf, wird das wohl nix. Bah.  

Vorherige Beiträge:

The Walking Dead

Stand: Staffel 2, Folge 9

Stand: Ende Staffel 2

Stand: Staffel 3, Folge 4

Stand: Ende Staffel 3

Stand: Staffel 4, Folge 5

Stand: Staffel 4, Folge 8

Stand: Staffel 4, Folge 12

The Walking Dead – 3×01 bis 3×04

Ich hatte Trost. In der dritten Staffel werde es besser, hieß es. 

Bislang kann ich sagen: es wurde. 

Oh, die Serie hat weiterhin Elemente, die mich aufregen. So ist in der Grimes-Gang die Verteilung zwischen Frauen und Männern eindeutig (Frauen: reagieren emotional, kümmern sich um Kinder – Männer: reagieren mit Stoizismus oder Wut, kümmern sich um Zombies), sodass dem jungen Carl (zwischen 11 und 13) regelmäßig mehr Verantwortung aufgebürdet wird als erwachsenen Frauen (und er sich auch so verhält). Auch in dem neuen Städtchen Woodsboro, wo der Gouverneur eine nicht ganz heile, aber zumindest sichere Welt errichtet hat, ist das ähnlich. Frauen pflanzen an und Männer beschützen. Andrea ist pro Gouverneur, aber leider mit der Andeutung einer Romanze, sodass man dieser emotionalen Frau das nicht abnehmen kann.

Lori ist übrigens die schlimmste Ausprägung des Ganzen, da sie ihr Heil und ihren Lebenssinn buchstäblich durch ihre Schwangerschaft erfüllt. Und auch in Woodsboro gibt es schwangere Frauen. Beide Gruppen haben auch ihre besondere Ausnahme: bei Rick Grimes ist es Maggie, die zwar auch emotional ist und heult, aber immerhin mit auf Zombiejagd geht. Und in Woodsboro ist es Andreas neue Freundin Michonne, die sehr cool ist, aber wahrscheinlich wird sich ihre Härte als Resultat ganz besonderer Traumatisierung erweisen. Weil Frauen ja sonst nicht so sein können.

Ebenso enervierend ist die fehlende Voraussicht. Die Autorinnen (ha!) müssen sich natürlich um spannende Plots kümmern, bevor sie realistisch werden, aber es ist trotzdem unverständlich, wie wenig die Grimes-Gang anscheinend bespricht und plant. Da hat man eine Schwangere dabei und anscheinend weder ein OP-Set vorbereitet, noch sich Gedanken über die Erfordernisse eines Babys gemacht für den Fall, dass die Mutter stirbt. Noch hat man sich überlegt, wie man mit Neuankömmlingen umgeht. Noch fragt irgendjemand irgendjemanden mal, was sie für Fertigkeiten aus der Vergangenheit mitbringt. Denn es gibt ja viele nützliche Fertigkeiten – und nebenbei ist es unrealistisch, dass keine Frau aus unserer Zivilisation mehr gelernt hat als zu kochen und zu putzen -, und man muss sich auch gewahr sein, dass in der Apokalypse Menschen sterben werden, sodass man Stärke in der Gruppengröße suchen sollte – also nicht alle Leute per se ablehnen.

Die Idee, dass die Welt eine andere ist, wird zwar oft wiederholt, aber von Grimes und Co nicht wirklich gelebt, auch fast ein Jahr nach der Apokalypse nicht. Sexismus und Dummheit sind aber in Kombination hart zu ertragen.

Allerdings gibt es auch ein Licht am Tunnelende. In der dritten Staffel passiert was, und zwar regelmäßig. Die Übernahme eines Gefängnisses als Basis ist eine gute Idee (wenn auch nicht so umgesetzt, wie ich es an Ricks Stelle tun würde). Die Main Street von Woodsboro als Ideal und Gegenpol – und wahrscheinlich in Wahrheit korrupte Fantasie – ist interessant, und Merle ist nicht annähernd so nervig wie bei seinem Auftritt in Staffel 1. 

The Walking Dead ist immer noch eine Serie, bei der ich mich gut aufregen kann, aber die Begleiterscheinungen sind wesentlich angenehmer geworden. Staffel 1 – okay. Staffel 2 – blah. Staffel 3 bislang gut.

Vorherige Beiträge:

The Walking Dead

Stand: Staffel 2, Folge 9

Stand: Ende Staffel 2

The Walking Dead – 2×13

Die zweite Staffel ist vorbei und ich möchte ein paar Highlights präsentieren.

Dem Ablauf dieser Staffel folgend mache ich aber erst mal lange nix.

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dum di dum

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Es dauert jedenfalls alles sehr lange und lässt sich Zeit für in der Regel blöde Dialoge und komische Geschichten, bei denen wir folgendes lernen: die Welt braucht starke männliche Führer. Die führen an, ohne dass sie jemand darum bittet, aber sagen gleichzeitig, dass sie diese Verantwortung ja nicht wollen. Und sie sind gute Traditionalisten.

Hershel nimmt sich Glenn zur Brust und gibt seinen väterlichen Segen für die Beziehung mit dessen Tochter Maggie, und die Serie behandelt dies tatsächlich als relevanten Moment.

Rick nimmt sich Shane zur Brust und stellt klar, dass es hier um seine Frau und sein Kind geht – wichtig ist nicht, mit wem Lori zusammen sein will, sondern wem sie gehört.

Lori steht in der Küche und tröstet Maggie, die vorher zwar selbst ausgeritten ist, jetzt aber immer zu Hause bleibt (es sind ja Männer da), und die sich nun um den abwesenden Glenn sorgt: „Männer müssen so etwas einfach tun. Wir sorgen dafür, dass hier alles am Laufen bleibt, bis die Männer zurückkommen.“ Und dann wirft Lori Andrea vor, dass diese den Wachdienst übernimmt: „Die Männer brauchen dich nicht. Aber hier gibt es genug zu waschen und zu kochen, und diese Arbeit bleibt dann an uns hängen, wenn du sie nicht machst.“

Das ist so furchtbar. Wir bekommen auch keinen Eindruck davon, dass irgendjemand außer den Polizisten Shane und Rick ein Leben vor der Apokalypse hatten, und daher irgendwas können. Wobei, das stimmt nicht ganz. Es gibt da noch den Fall von Randall. Und das ist eine coole Geschichte.

Zuletzt hatte ich erzählt, dass Rick einfach zwei Typen umgenietet hat, die sich halbwegs komisch verhielten, aber hallo – Apokalypse! Natürlich gehören die beiden zu einer Gruppe von Unmenschen, und bei einem kurzen Gefecht lassen diese Randall verletzt zurück. Rick rettet ihm das Leben und die Gruppe versorgt Randalls Wunden.

Schnitt! Und die nächste Folge sagt uns, dass der Kerl eine Woche später ausgesetzt werden soll. Hier gibt es anscheinend keine Diskussion, ob der in die Gruppe aufgenommen wird. Es ist ja nicht so, als würde eine größere Gruppe Sicherheit bedeuten und der Kerl dankbar sein, zumal er von den anderen im Stich gelassen wurde. Nein, er soll ausgesetzt werden, aber weil er den Weg zu Ricks Versteck kennt, ist nun die Frage, ob man ihn vielleicht besser gleich tötet.

Schnitt! Und er wird gefoltert, um sein Wissen über die andere Gruppe zu verraten. Also nicht, während er dankbar von der Verletzung genest, nein, jetzt wird er angekettet und gefoltert – und dann überlegt man, ob man ihn bei sich aufnehmen soll. Weil er nach Folter und Gefängnis ohne Wasser und ohne Brot ja so loyal sein wird. Das ist aber alles kein Problem, weil das nämlich Amis sind.

So. Und jetzt erfahren wir, dass Andrea Bürgerrechtsanwältin war, bevor die Welt endete. Aber nicht sie ist es, die mit der Hinrichtung (oder gar mit der Folter) ein Problem hat, sondern natürlich ein anderer Kerl, Dale. Weil wichtige Konflikte zwischen weißen Männern stattfinden. Da hätte ich lieber gedacht, dass Andrea Kassiererin war.

Und wenn Rick dann am Ende entscheidet, und sich dann wieder umentscheidet, dann nicken alle ab, und Lori sagt nur: „Ich bin sicher, du hattest deine Gründe“ und will die Gründe nicht mal hören. Weil Papa entscheidet.

Wobei Andrea sonst noch ganz gut wegkommt, weil sie als einzige Frau Interesse zeigt, mit Waffen umzugehen. Und dann auf der Flucht alleine Dutzende Zombies tötet, auch noch ohne Munition, aber vor dem letzten natürlich dann doch noch gerettet werden muss.

Die ganze Planung dieser Gruppe ist lächerlich. Die waschen sorgfältig ihre Wäsche, statt sich in Läden zu bedienen, aber haben keine Notfalltasche, keinen Notfallplan, keinen Austausch von Wissen, keine ständige Bewaffnung, keine Fallen, nicht einmal einen Expertenrat, sondern nur die bestimmende Hand von Rick Grimes, der zwar keine Ahnung hat, aber mal Sheriff war.

Absolut anstrengend, und trotzdem guckt man irgendwie weiter hin. Immerhin ist Michonne jetzt aufgetaucht, die ein Badass ist (Schwarze mit Samuraschwert!), aber in den Comics auch treue Soldatin Ricks ist. Und ich habe nicht den Eindruck, dass diese Serie sehr bald mit den amerikanischen Mythen aufhört, und danach ist eben ein starker weißer Mann mit Knarre in der Hand der beste Anführer.

Ach so, T-Dog lebt auch noch und darf zweimal was sagen. Aber wenn Michonne da ist, wird er bestimmt bald sterben. Zwei Schwarze in der Gruppe und dann noch ein Koreaner, ob das nicht zu viel ist…

Vorherige Beiträge:

The Walking Dead

Stand: Staffel 2, Folge 9