Fear the Walking Dead 1×04

Na, war das jetzt eine Verbesserung?

Inhalte: keine Zombies, Militarismus, Krankheiten und Süchte

Die vierte Folge von FtWD hat mir bislang am Besten gefallen, was bedeutet, dass ich mich nur ganz wenig geärgert habe. Aber mitgerissen hats mich leider auch nicht.

Der Vorort von Maddie und Travis und der erweiterten Familie (Nick und Alicia, Liza und Chris, Daniel und Griselda und Ofelia) wurde vom Militär gesäubert und mit einem Schutzzaun versehen. Nun gibt es regelmäßig Strom, ein wenig Essen, die Idee von öffentlicher Ordnung. Liza gibt sich als Krankenschwester aus und pflegt Nachbarinnen, Travis arrangiert sich besonders schnell und wird so eine Art Vermittler zwischen Militär und der Nachbarschaft, Maddie hat am ehesten zu knappsen, aber auch die meiste Arbeit. Die Salazars kümmern sich um Griseldas entzündeten Fuß, Ofelia verführt sogar einen Soldaten, um an Medizin zu kommen (erfolglos).

Alles dreht sich um zwei Ereignisse: erst entdeckt Chris in den Hügeln ein flackerndes Licht, aber das Militär behauptet, es könne niemand mehr da draußen leben. Dann kommt endlich eine Ärztin in die Stadt und nimmt alle Kranken mit in ein angebliches Krankenhaus außerhalb der Stadt. Auch der drogensüchtige Nick wird mitgenommen, und Liza geht freiwillig mit – die Ärztin möchte, dass Liza weiterhin die Krankenschwester spielt. Gekoppelt mit den abfälligen Kommentaren der Soldaten ist zu erahnen, dass hier nicht alles koscher ist, und am Ende scheint es so, als seien die flackernden Lichter in den Hügeln eher Mündungsfeuer.

6 Folgen sind für diese erste Staffel womöglich einfach zu wenig, das Budget zu klein. So spielt sich alles in zwei Straßen ab, wo mir doch zuerst der Untergang der Welt am Beispiel von Los Angeles versprochen wurde. Die fehlende Zeit äußert sich darin, dass ich mich nie mit den Figuren zusammen richtig sicher fühlen darf, dass die Versuchung durch das Militär nicht deutlich wird, bevor die Korruption erkennbar ist. So bleibt es an einzelnen Dialogen, Tragik und Spannung aufzubauen, und die Dialoge haben ja schon die Originalserie nicht berühmt gemacht.

Ärgerlich in dieser Folge ist vor allem, wenn Maddie sich durch den Sicherheitszaun schleicht. Wohl wissend oder zumindest ahnend, was vor sich geht – wenn schon keine Zombies, dann aber ansteckende Krankheiten und angriffslustige Infizierte -, macht sie bedenkenlos ein Loch in den Zaun und geht dann unbewaffnet los, lässt sogar eine auf der Straße liegende Pistole in Ruhe, statt sich zu bewaffnen. Und kehrt unversehens zurück ohne Angst, eventuell nun infiziert zu sein. Es gibt überhaupt in dieser Folge keinerlei – null – Diskussion über die Ursachen der Krankheit oder ihre Folgen. Es gibt keine größeren Themen als das aktuelle Leben der jeweiligen Person: hier muss gestrichen werden, wo bleibt der Strom, gibt es Medizin usw. Die Figuren sind unbewegt, untraumatisiert, uninteressiert. Niemand fragt sich, was in L.A. passiert sein mag. Eine Wand mit Botschaften an Vermisste macht deutlich, wie wenig diese Leute sich um andere sorgen: keine Freunde, Kollegen, Familie – aber auch keine Trauer.

Das ist langweilig.

Die beste Szene der Folge war, als Nick sich unter das Bett eines Herzkranken legt und dessen Morphin für sich selbst abzweigt. Eine brutale Junkie-Aktion, die passte und ehrlich schien.

Nun ja, ich hoffe, dass die nächste Folge (die vorletzte der Staffel) dann endlich loslegt mit Grusel und Zombies, denn Melodrama oder Drama oder Charakterstudie können die hier nicht. Bis dahin!

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