The Walking Dead – 2×13

Die zweite Staffel ist vorbei und ich möchte ein paar Highlights präsentieren.

Dem Ablauf dieser Staffel folgend mache ich aber erst mal lange nix.

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dum di dum

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Es dauert jedenfalls alles sehr lange und lässt sich Zeit für in der Regel blöde Dialoge und komische Geschichten, bei denen wir folgendes lernen: die Welt braucht starke männliche Führer. Die führen an, ohne dass sie jemand darum bittet, aber sagen gleichzeitig, dass sie diese Verantwortung ja nicht wollen. Und sie sind gute Traditionalisten.

Hershel nimmt sich Glenn zur Brust und gibt seinen väterlichen Segen für die Beziehung mit dessen Tochter Maggie, und die Serie behandelt dies tatsächlich als relevanten Moment.

Rick nimmt sich Shane zur Brust und stellt klar, dass es hier um seine Frau und sein Kind geht – wichtig ist nicht, mit wem Lori zusammen sein will, sondern wem sie gehört.

Lori steht in der Küche und tröstet Maggie, die vorher zwar selbst ausgeritten ist, jetzt aber immer zu Hause bleibt (es sind ja Männer da), und die sich nun um den abwesenden Glenn sorgt: „Männer müssen so etwas einfach tun. Wir sorgen dafür, dass hier alles am Laufen bleibt, bis die Männer zurückkommen.“ Und dann wirft Lori Andrea vor, dass diese den Wachdienst übernimmt: „Die Männer brauchen dich nicht. Aber hier gibt es genug zu waschen und zu kochen, und diese Arbeit bleibt dann an uns hängen, wenn du sie nicht machst.“

Das ist so furchtbar. Wir bekommen auch keinen Eindruck davon, dass irgendjemand außer den Polizisten Shane und Rick ein Leben vor der Apokalypse hatten, und daher irgendwas können. Wobei, das stimmt nicht ganz. Es gibt da noch den Fall von Randall. Und das ist eine coole Geschichte.

Zuletzt hatte ich erzählt, dass Rick einfach zwei Typen umgenietet hat, die sich halbwegs komisch verhielten, aber hallo – Apokalypse! Natürlich gehören die beiden zu einer Gruppe von Unmenschen, und bei einem kurzen Gefecht lassen diese Randall verletzt zurück. Rick rettet ihm das Leben und die Gruppe versorgt Randalls Wunden.

Schnitt! Und die nächste Folge sagt uns, dass der Kerl eine Woche später ausgesetzt werden soll. Hier gibt es anscheinend keine Diskussion, ob der in die Gruppe aufgenommen wird. Es ist ja nicht so, als würde eine größere Gruppe Sicherheit bedeuten und der Kerl dankbar sein, zumal er von den anderen im Stich gelassen wurde. Nein, er soll ausgesetzt werden, aber weil er den Weg zu Ricks Versteck kennt, ist nun die Frage, ob man ihn vielleicht besser gleich tötet.

Schnitt! Und er wird gefoltert, um sein Wissen über die andere Gruppe zu verraten. Also nicht, während er dankbar von der Verletzung genest, nein, jetzt wird er angekettet und gefoltert – und dann überlegt man, ob man ihn bei sich aufnehmen soll. Weil er nach Folter und Gefängnis ohne Wasser und ohne Brot ja so loyal sein wird. Das ist aber alles kein Problem, weil das nämlich Amis sind.

So. Und jetzt erfahren wir, dass Andrea Bürgerrechtsanwältin war, bevor die Welt endete. Aber nicht sie ist es, die mit der Hinrichtung (oder gar mit der Folter) ein Problem hat, sondern natürlich ein anderer Kerl, Dale. Weil wichtige Konflikte zwischen weißen Männern stattfinden. Da hätte ich lieber gedacht, dass Andrea Kassiererin war.

Und wenn Rick dann am Ende entscheidet, und sich dann wieder umentscheidet, dann nicken alle ab, und Lori sagt nur: „Ich bin sicher, du hattest deine Gründe“ und will die Gründe nicht mal hören. Weil Papa entscheidet.

Wobei Andrea sonst noch ganz gut wegkommt, weil sie als einzige Frau Interesse zeigt, mit Waffen umzugehen. Und dann auf der Flucht alleine Dutzende Zombies tötet, auch noch ohne Munition, aber vor dem letzten natürlich dann doch noch gerettet werden muss.

Die ganze Planung dieser Gruppe ist lächerlich. Die waschen sorgfältig ihre Wäsche, statt sich in Läden zu bedienen, aber haben keine Notfalltasche, keinen Notfallplan, keinen Austausch von Wissen, keine ständige Bewaffnung, keine Fallen, nicht einmal einen Expertenrat, sondern nur die bestimmende Hand von Rick Grimes, der zwar keine Ahnung hat, aber mal Sheriff war.

Absolut anstrengend, und trotzdem guckt man irgendwie weiter hin. Immerhin ist Michonne jetzt aufgetaucht, die ein Badass ist (Schwarze mit Samuraschwert!), aber in den Comics auch treue Soldatin Ricks ist. Und ich habe nicht den Eindruck, dass diese Serie sehr bald mit den amerikanischen Mythen aufhört, und danach ist eben ein starker weißer Mann mit Knarre in der Hand der beste Anführer.

Ach so, T-Dog lebt auch noch und darf zweimal was sagen. Aber wenn Michonne da ist, wird er bestimmt bald sterben. Zwei Schwarze in der Gruppe und dann noch ein Koreaner, ob das nicht zu viel ist…

Vorherige Beiträge:

The Walking Dead

Stand: Staffel 2, Folge 9

Ein Gedanke zu „The Walking Dead – 2×13

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