Archiv | September 2015

Fear the Walking Dead 1×05

Inhalt: Spannender Cliffhanger, keine Zombies, Folter

Der Aufbau der einzelnen Folgen von FtWD wiederholt sich. Es passiert nichts, dann kommt am Ende ein cooles Bild oder eine viel versprechende Entwicklung. Das nervt.

Diese Woche wollen wir natürlich wissen, was so gruseliges in dem angeblichen Militärhospital vorgeht. Wir sehen: es ist ein Hospital. Boah. Außerdem sitzen manche Leute in Käfigen fest und werden überprüft, ob sie z.B. Anzeichen einer Infektion zeigen, und dann weg geschafft. Gruselig. Nick trifft einen Schwarzen im Anzug, der sich ein wenig wie ein Teufel aufführt mit langen Selbstgesprächen, und der Nick beschützt. Das tut er übrigens, indem er die Wachen mit wertvollen Manschettenknöpfen besticht. In einer Welt, in der schon jetzt viele, viele Häuser leer stehen und man in jedes Haus und jede Bank und jedes Juweliergeschäft gehen könnte, um so viel Geld und Gold zu holen, wie man will.

Mich ärgert wirklich, und darum hacke ich darauf auch herum, wie banal das alles ist. Die Macherinnen der Serie haben sich entschieden. Sie wollen die Infektion nicht so zeigen, dass Zuschauerinnen alles verfolgen können, was passiert. Also bekommen wir keine Informationen darüber, wer in der Regierung oder im Militär noch das Sagen hat. Wir bekommen keine Einblicke in den Zombie-Ausbruch, den die Figuren nicht haben, und die Figuren sind aber nun wirklich überhaupt nicht neugierig.

Die Macherinnen wollen aber auch nicht realistisch beschreiben, was passieren könnte. Denn herauszufinden, wie es tatsächlich mit so einer Versorgung wäre, welche Schritte und Entwicklungen sinnvoll wären – wie eben zum Beispiel, dass goldene Manschettenknöpfe niemanden interessieren würden -, bedeutet Recherche und vielleicht auch Introspektion. Ich werfe den Macherinnen nicht vor, dass sie diese Zeit nicht nehmen. In einer normalen Serienproduktion müssen Woche für Woche Skripte abgeliefert werden, da muss man eben primär an die Story denken. Trotzdem finde ich manchmal, dass vielleicht die Rolle einer „kritischen Freundin“ oder ähnliches im Drehbuchraum angemessen wäre.

Nun ja, jedenfalls bleibt den Macherinnen dann nur, spannende Storys zu erzählen, aber sie wollen nicht actionreich sein, sie wollen sich Zeit lassen und den angeblichen Grusel andeuten, dann durchschlagen lassen. Darum ist dies auch die dritte Folge in Folge ohne Zombiebedrohung. Aber immerhin geht jemand in einen dunklen Keller mit einer Taschenlampe mit Wackelkontakt.

Die letzte Chance ist nun, diese banalen Dinge mit Figuren zu erzählen, die interessant sind. Aber das sind sie nicht. Ich muss immer noch jedes Mal bei Wikipedia nachlesen, wie die Leute eigentlich heißen. Ich interessiere mich null für Alicia, die nach ihrem Schwarzen Freund nun anscheinend mit Chris zusammenkommt, ist immerhin der einzige Nichtverwandte ihres Alters und die beiden zerstören gemeinsam ein verlassenes Haus. Und Ofelia verführt einen Soldaten, der dann aber von ihrem Vater gefoltert wird. Sie weiß das aber nicht. Sonst bekämen wir ja vielleicht mal einen interessanten Gewissenskonflikt. Aber nein, Vater ist ein eiskalter Folterer, Tochter ist unwissend.

Es gibt genau eine interessante Storyline mit dem bislang sehr langweiligen Travis. Der soll nämlich im Beisein von Soldaten einen Zombie erschießen, kann das aber nicht. Zu sehr sind das für ihn noch Menschen, die vielleicht geheilt werden können. Oder zu sehr kann er einfach nicht töten. Das ist interessant. Hätte man das gekoppelt z.B. mit der bewussten Entscheidung seiner Frau, den Soldaten zu foltern, und hätte man die beiden dann aufeinander losgelassen, hätte das interessant sein können: welche Moral können wir uns in so einer Situation erlauben? Welche Moral müssen wir uns vielleicht erhalten?

Die Antworten sind aber, so fürchte ich, den Macherinnen bereits klar: Egoistisch sein, eine Kleingruppe beschützen, alles andere ist abzulehnen. Die Folter hilft für nützliche Infos und wir sehen auch nicht so genau, was da eigentlich passiert, und der Soldat ist nachher auch noch gut drauf. Wird vielleicht sogar alles verzeihen, wenn er überleben sollte.

Nun ja. Noch eine Folge, in der also folgendes droht: das Militär will abziehen und eine Bombe werfen, ohne die Bevölkerung zu retten (unklar, warum das so sein sollte – alle Überlebenden sind doch wertvoll). Ein großes Stadion voller Zombies droht, zu platzen. Und es ist noch eine Nacht Zeit. Also wird womöglich doch noch was passieren, und in der letzten Folge dann viele sterben, und ich stelle fest, dass mich überhaupt nicht interessiert, wer lebt und wer stirbt, weil die sich alle so blöd anstellen und so langweilig sind.

Ich freue mich also auf nächste Woche.

Fear the Walking Dead 1×04

Na, war das jetzt eine Verbesserung?

Inhalte: keine Zombies, Militarismus, Krankheiten und Süchte

Die vierte Folge von FtWD hat mir bislang am Besten gefallen, was bedeutet, dass ich mich nur ganz wenig geärgert habe. Aber mitgerissen hats mich leider auch nicht.

Der Vorort von Maddie und Travis und der erweiterten Familie (Nick und Alicia, Liza und Chris, Daniel und Griselda und Ofelia) wurde vom Militär gesäubert und mit einem Schutzzaun versehen. Nun gibt es regelmäßig Strom, ein wenig Essen, die Idee von öffentlicher Ordnung. Liza gibt sich als Krankenschwester aus und pflegt Nachbarinnen, Travis arrangiert sich besonders schnell und wird so eine Art Vermittler zwischen Militär und der Nachbarschaft, Maddie hat am ehesten zu knappsen, aber auch die meiste Arbeit. Die Salazars kümmern sich um Griseldas entzündeten Fuß, Ofelia verführt sogar einen Soldaten, um an Medizin zu kommen (erfolglos).

Alles dreht sich um zwei Ereignisse: erst entdeckt Chris in den Hügeln ein flackerndes Licht, aber das Militär behauptet, es könne niemand mehr da draußen leben. Dann kommt endlich eine Ärztin in die Stadt und nimmt alle Kranken mit in ein angebliches Krankenhaus außerhalb der Stadt. Auch der drogensüchtige Nick wird mitgenommen, und Liza geht freiwillig mit – die Ärztin möchte, dass Liza weiterhin die Krankenschwester spielt. Gekoppelt mit den abfälligen Kommentaren der Soldaten ist zu erahnen, dass hier nicht alles koscher ist, und am Ende scheint es so, als seien die flackernden Lichter in den Hügeln eher Mündungsfeuer.

6 Folgen sind für diese erste Staffel womöglich einfach zu wenig, das Budget zu klein. So spielt sich alles in zwei Straßen ab, wo mir doch zuerst der Untergang der Welt am Beispiel von Los Angeles versprochen wurde. Die fehlende Zeit äußert sich darin, dass ich mich nie mit den Figuren zusammen richtig sicher fühlen darf, dass die Versuchung durch das Militär nicht deutlich wird, bevor die Korruption erkennbar ist. So bleibt es an einzelnen Dialogen, Tragik und Spannung aufzubauen, und die Dialoge haben ja schon die Originalserie nicht berühmt gemacht.

Ärgerlich in dieser Folge ist vor allem, wenn Maddie sich durch den Sicherheitszaun schleicht. Wohl wissend oder zumindest ahnend, was vor sich geht – wenn schon keine Zombies, dann aber ansteckende Krankheiten und angriffslustige Infizierte -, macht sie bedenkenlos ein Loch in den Zaun und geht dann unbewaffnet los, lässt sogar eine auf der Straße liegende Pistole in Ruhe, statt sich zu bewaffnen. Und kehrt unversehens zurück ohne Angst, eventuell nun infiziert zu sein. Es gibt überhaupt in dieser Folge keinerlei – null – Diskussion über die Ursachen der Krankheit oder ihre Folgen. Es gibt keine größeren Themen als das aktuelle Leben der jeweiligen Person: hier muss gestrichen werden, wo bleibt der Strom, gibt es Medizin usw. Die Figuren sind unbewegt, untraumatisiert, uninteressiert. Niemand fragt sich, was in L.A. passiert sein mag. Eine Wand mit Botschaften an Vermisste macht deutlich, wie wenig diese Leute sich um andere sorgen: keine Freunde, Kollegen, Familie – aber auch keine Trauer.

Das ist langweilig.

Die beste Szene der Folge war, als Nick sich unter das Bett eines Herzkranken legt und dessen Morphin für sich selbst abzweigt. Eine brutale Junkie-Aktion, die passte und ehrlich schien.

Nun ja, ich hoffe, dass die nächste Folge (die vorletzte der Staffel) dann endlich loslegt mit Grusel und Zombies, denn Melodrama oder Drama oder Charakterstudie können die hier nicht. Bis dahin!

Skyfall

Beim zweiten Gucken wird mir klar: Ich verabscheue Skyfall. Der noch neueste Bond-Film ist in meinen Augen ein richtiges Machwerk.

Inhalt: Sexismus und sexuelle Gewalt, Ewig-Gestrigkeit, Inkonsequenz und Dödelei

Es beginnt gleich in der ersten Actionsequenz, als Daniel Craigs James Bond seiner Mitagentin Eve Moneypenny (Naomie Harris) ins Steuer greift, um einen Bösewicht zu stoppen, und dann rechtzeitig aus dem Auto kommt und sie warnt, damit sie in Deckung gehen kann. Gleich ist klar, dass in diesem Film Frauen ja nicht glauben mögen, sie seien gleichwertig mit einem Mann. Bond hat mit ihnen auch entweder Sex oder eine Mutter-Sohn-Beziehung.

Moneypenny darf Bond dann auch gleich anschießen, was ihn den Film über schwächt (aber siehe unten) und sie davon überzeugt, am Ende doch lieber eine Vorzimmerdame zu werden. Nachdem sie mit Bond Sex hatte.

  • Nachtrag: Mir wurde gesagt, dass die beiden keinen Sex haben. Nun, sie haben ein recht eindeutiges Vorspiel – siehe dieses YoutTube-Video -mit einer weichen Abblende am Ende. Und auch, wenn es keinen Akt gab, so hat sie doch vor ihm kniend ihn rasiert, eine sexualisierte und eindeutig bedienende Handlung, die auch ausreicht.

Später trifft Bond eine Frau, die ihm beichtet, seit ihrer Jugend an Männer verkauft worden zu sein. Um frei zu kommen, hilft sie ihm. Die nächste Szene: er schleicht sich zu ihr in die Dusche und es gibt Sex. Mit dieser in einer sexuellen Zwangslage steckenden Frau. Ekelhaft.

Dann wird die Frau erwischt und Bond muss versuchen, sie durch einen Schuss zu retten. Nun kommt die Verletzung wieder ins Spiel, die den ganzen Film über angedeutet wird aber Bond im Ernstfall nicht wirklich behindert – nur in dieser Szene kann er eben nicht gut genug zielen. Der Bösewicht erschießt sie daraufhin. Bonds Reaktion: er bedauert, dass Whisky vergossen wurde. Dann tötet er alle Wachen und nimmt den Bösen gefangen. Zehn Sekunden vorher, und die Frau hätte gelebt. Aber andererseits verschwendet Bond an diese Frau ebensowenig Gedanken wie an die Frau, neben der er zu Beginn des Films aufwacht.

Derweil wird Mutterfigur M in England von einer Ministerin in die Zange genommen, die mit den Methoden des Geheimdienstes nicht einverstanden ist. In einem Tribunal sitzt diese Ministerin mit v