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16 Dinge über Donald Trump

Dieser Beitrag sollte mein nächster sein, aber er war schwer und schmerzhaft. Bitte sehr:

  1. Die Republikaner sind eine rechtsradikale Partei
  2. Mike Pence ist ein Albtraum
  3. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass Trump irgendwie Einhalt geboten wird.
  4. Trump ist… aber alle wissen, was das für einer ist.
  5. Schlimmer: Trump prägt eine Kultur. Eine regressive, repressive Kultur, bei der es nur um persönlichen Ruhm und Reichtum geht – und darum, dem Anführer zu folgen.
  6. Die Proteste sind heftig, aber anscheinend machtlos. Trump ist weiter ungefährdet. Mel Gibson ist zurück, bald wird es auch Harvey Weinstein sein.
  7. Stattdessen gibt es z.B. Lavar Ball, den Vater eines NBA-Spielers, der ein Trump-Typ ist und von den Medien goutiert wird… bis hin zur Twitter-Fehde mit Trump selbst.
  8. Auch Phänomene wie diese unsäglichen Video „Everything wrong with × in Y minutes or less“ von Cinema Sins passen hinein und zeigen: Algorithmen sind dem nicht gewachsen.
  9. Der Umgang mit der AFD zeigt: auch deutsche Medien sind dem nicht gewachsen. Mir graut vor einer Neuwahl mit Event-Wahlkampf über Einwanderung und sonst nix.
  10. Das ist kein Vergleich zu den USA, wo man immer noch ablenken kann mit einem Verweis auf Hillary Clinton.
  11. Kaputte Algorithmen, kaputte Medien, eine rechtsradikale Partei, die Gehorsam übt und fleißig daran arbeitet, durch Wahlkreise und Wahlgesetze die Wahlen noch ungerechter Zu machen. Dazu Wahlmaschinen, die evident unsicher sind. Dazu russische Einmischung, ob nun mit oder ohne Trumps Zutun. Ich fürchte, die USA sind nicht einmal mehr auf dem Weg, die Demokratie zu verlieren.
  12. Trump hat eher nicht mit Russland verhandelt, der kann so was nicht geheim halten. Aber er wehrt sich sicher auch nicht, und seine Berater haben wohl ganz schön Zustimmung signalisiert.
  13. Selbst bei einem Wahlerfolg der Demokraten Zu den Midterms – und es ist ein Zeichen, dass dieser nicht sicher ist – weiß ich nicht, was sich ändern soll. Trumps Stammwähler sind viele, die haben potente Geldgeber und die Republikaner sind geschlossen regierungsunfähig.
  14. Außerdem hat Trump zwar Probleme, große Gesetze zu schaffen, aber besetzt fleißig Richterstellen, Ministerien verabschieden weitreichende Leitlinien, die man schwer rückgängig macht… und eben die kulturelle Veränderung.
  15. Bei allem Lachen über Trumps Tölpelei ist mir der Humor flöten gegangen, weil es direkte und negative Folgen gibt für Minderheiten, sozial Schwache, Frauen – und das macht das Ganze tragisch und so schwer, darüber zu schreiben. Wut und Trauer und Hilflosigkeit.
  16. Erstaunlich, welche Kraft auch für mich das Image der USA hat. Denn natürlich gibt es viele andere Länder, in denen es schlimm ist, und auch Länder wie z. B. Polen, die gerade abdriften. Aber die USA sind mir am präsentesten, sicher auch kulturell und medial bedingt – und sprachlich.

Ein gutes Beispiel ist Roy Moore. Dieser Krampentyp war ohnehin schon unerträglich, aber seit Kurzem wird ihm von inzwischen mehr als 10 Frauen übergriffiges Verhalten vorgeworfen. Die Republikaner haben das geschlossen ignoriert bzw. bezeichnen das als Fake News, und Moore hat gute Chancen, seine Wahl zu gewinnen. Die republikanische Partei ist voll auf Linie getrimmt. Trump ist so ein Verhalten egal, er unterstützt Moore, die Partei also auch, und sie will die Macht. Und als Drittes nicken die Wähler das dann ab, weil die seriösen Medien eben inzwischen als demokratisch durchseuchte Medien abgestempelt wurden. Ich sehe momentan nicht, wie die US-Demokratie hier noch wirkungsvolle Schranken errichtet. Eher wirkt es wie die Festigung autokratischer Regierung.

Gerade habe ich „Die Wasserkrieger“ gehört und hatte die Idee, dieses Hörspiel im Unterricht zu behandeln. Aber ich lese dort:

In „Die Wasserkrieger“ mischen sich Fiktion und Realität. „Das Material ist nah an der Wirklichkeit“, sagt Autor und Regisseur Tim Staffel. Die Verbindungen zur Realität seien so eng, dass sie bei der Produktion „teilweise selbst erschrocken waren, wie viel davon wahr ist“. Fast alle Geschichten seien der Wirklichkeit entlehnt, Menschen, Situationen. Er habe dennoch die Umsetzung als Hörspiel gewählt, weil er so das „Rädchen weiter drehen“ konnte, ins Fiktionale überspitzen.

Das ist der Anfang. Die Idee, dass für das richtige Ziel Fiktion und Realität vermischt werden dürfen, auch wenn man dann die Realität nicht genau erkennen kann, ohne 700 verschiedene Dinge zu ergoogeln. Es geht schließlich um Wasserversorgung. Oder um die Regierung. Oder um einen Posten. Oder…

Fakten müssen Fakten bleiben, Meinungen dürfen dann Meinungen sein. Trump ist das Symbol einer Kultur, die aus Eigennutz auf alles scheißt und von niemandem zurecht gewiesen wird. Das macht mich traurig.

Noch zwei Dinge zu Walking Dead, Staffel 7 (bis Folge 11)

Nachdem mir die letzten 7 Dinge aufgefallen sind, habe ich weitergeguckt, und ich hatte eine Eingebung. Ich weiß, was bei den Autor_innen passiert ist, als die siebte Staffel geplant wurde:

  1. Lagerkoller. Ein Autor hat gesagt: „Wäre es nicht verdammt cool, wenn wir mal ein Internierungslager zeigen, aber nicht aus Sicht der Internierten, sondern aus Sicht der Wärter? Ich meine, Negan ist doch irgendwie Amon Göth, oder?“ Und so kam es, dass wir als lustigen Triumph sehen können, wie Eugene sich gegen die hungernden Sklaven durchsetzt, die Negan als Pseudo-Freie in seiner Festung behaust und die in Todesangst vor einem Typen leben, der kurz darauf den einzigen Arzt des Lagers in einen Ofen steckt. Können wir bitte noch mehr darüber erfahren?
  2. Noch mehr. Wie in einem guten Internierungslager gibt es natürlich Frauen, die sich an die Offiziere verkaufen, um ihr Leben oder das ihrer Familie zu verbessern. Klar, dass wir die schwarzen Frauen darunter nicht genauer kennenlernen, aber wie wäre es, wenn da auch eine Frau bei ist, die wir schon vorher kannten? Die kann dann traurig sein, nicht weil sie da in diesem Harem hockt, sondern weil ihr Mann so leidet – und dann noch, weil einer unserer Helden gefangen wird. Kann diese Frau dann unseren Helden befreien und fliehen, aber wir sehen das nicht, sondern sehen nur, wie unser Held entkommt und wie ihr Mann dann versucht, sie zu finden? Am Ende wird das noch eine Geschichte über diese Frau anstatt über ihre Typen…

7 Gründe, warum Star Trek Discovery das beste Trek ist

  1. Verstehen. Zuerst halte ich etwas Angst, dass die Serie einen Krieg zum Aufhänger hat. Aber es zeigt sich, dass die Militarisierung von Forschung als Bedrohung beschrieben wird. Die Lösung der Episoden beruhte bislang darauf, fremde Wesen und Kulturen zu verstehen und zu schätzen.
  2. Michael Burnham. Die Hauptfigur der Serie ist nicht nur erste Offizierin, sondern sogar degradiert und entehrt. Als solche kommt sie auf der Discovery direkt mit der Kommandostruktur in Konflikt. Das bedeutet, dass die philosophischen Differenzen nicht zwischen der Crew und einem externen Einfluss stattfinden, sondern innerhalb der Crew. Burnham trifft auf Misstrauen und Neid und auf einen kriegerischen Captain.
  3. Die Crew. Discovery ist eine Serie, die stark auf ihren Plot baut. Dadurch stehen die Figuren nicht so im Vordergrund wie in anderen Trek-Serien. Und natürlich kennt man nach 100 Folgen – davon 10 auf dem Holodeck – eine Crew besser als nach 5 Episoden. Trotzdem ist die Crew der Discovery für mich fast die beste Crew, da sie erzählerisches Potenzial hat. Nicht umsonst waren Spock, Data, Seven-of- Nine oder Worf beliebte Figuren, denn sie gingen über ihre Eigenschaften hinaus und hatten innere Konflikte, ein Entwicklungspotential. Saru kämpft mit seiner paranoiden Ader und seinem Misstrauen gegen und Neid für Michael Burnham, um doch ein guter erster Offizier zu sein. Tilly ist nervös, brabbelig und doch sehr ernst in der Ambition, Captain zu werden. Wer ist die letzte Figur einer Trek-Serie, die Ambitionen zum Aufstieg hatte? Stamets kann sein Lieblingsthema erforschen mit gewaltigen Ressourcen, aber nicht für friedliche Zwecke. Und Lorca ist eher ein Klingone, der aber für die Föderation unterwegs ist- und Captain.
  4. Vielfalt. Bei allen progressiven Politik tat sich Trek doch oft schwer mit Minderheiten und sexueller Vielfalt. Hier haben wir auch in Nebenrollen Frauen, People of Color (inklusive Women of Color), wir haben ein schwules Paar in wichtiger Position… das ist nicht radikal, aber zeitgemäß.
  5. Der rote Faden. Discovery hat anscheinend einen Plot für die ganze Staffel, aber zugleich macht die Serie es bislang sehr gut, die Folgen mit abschließenden Entwicklungen zu fällen. Andere Netflix- Seien sind oft als einzelne Folgen kaum anzusehen, vor allem in der Mitte der Staffel. Ich hoffe, dass dieser Hänger Discovery nicht trifft, weil eben jede Folge etwas erzählt und damit fertig wird.
  6. Ausstattung. Mann, sieht diese Serie gut aus. Film-Qualität.
  7. Flausch oder Tentakel? Momente von Flausch durch Zusammenhalt der Crew und Wertschätzung von Mitgefühl. Aber in einem düsteren Umfeld. Beste Entwicklung ist die von Ripper.

Was fehlt? Die Klingonen. Ich finde sie teilweise interessant, aber auch so anders als sonst, ich weiß einfach noch nicht… Und bitte keine Romanze da!

Mehr erwarten – oder?

Mehr erwarten – das war lange für mich ein Schlagwort feministischer Kritik. Fehltritte nicht übelnehmen, aber dennoch mehr von Leuten erwarten. Soll heißen: zum Fehler stehen und beim nächsten Mal besser machen.

Kritik dient in diesem Sinne dann (auch) dazu, Anleitung zu geben, Rückmeldung darüber, was gut war und was – und ggf. wie – besser gemacht werden kann. In der Erwartung, dass es alle besser machen wollen.

Das führt bei mir aktuell zu zwei Schwierigkeiten:

1) Bei positiv aufgefallenen Medien entsteht für mich die Schwierigkeit, dass man die möglichen Fortschritte, die diese Medien machen, unter den höheren Erwartungen versteckt und man ggf. diese Medien gar nicht mehr positiv wahrnehmen kann. Quasi das Unvermögen, den Istzustand zu genießen, weil der Sollzustand noch besser ist.

2) Diese höheren Erwartungen werden oft auch in der feministischen Diskussion gegen sich selbst gesetzt bzw. den feministischen Mainstream (wenn es denn so etwas gibt), die diese dann durchaus ernst nehmen. Bei vermeintlich anders denkenden Menschen werden diese Erwartungen nicht nur oft enttäuscht, sondern oft nicht einmal mehr gesetzt. Und damit sind wir bei der AfD.

Ernst nehmen solle man die Wähler_innen und ihre Nöte und Sorgen. Man solle sie nicht als dumm abtun, nicht die Diskussion mit den Nazis verweigern, nicht auf ihre Tonart wechseln, sich aber auch nicht mit ihnen gemein machen. Das sind extrem hohe Anforderungen in einer sehr stressigen Zeit, wie ruhig und geduldig und verständnisvoll man Menschen begegnen soll, die zumindest Nazi-Tendenzen in einer Partei nicht disqualifizierend finden. Die auch nichts dagegen haben, dass die AfD den Klimawandel leugnet. Und so einiges anderes.

Damit haben diese Wähler_innen doch ihr Ziel erreicht. Sie haben gepoltert, sie haben gebuht und gepfiffen, gepöbelt und krakeelt. Sie haben Diskussionen verweigert und unmöglich gemacht, sie haben unmenschliche Politik gewählt – und jetzt werden sie ernst genommen und alle kümmern sich darum, wie man diesen Menschen gerecht werden kann.

Und Feminist_innen? Die sollen nicht laut werden, nicht pöbeln oder krakeeln, wenn sie angehört werden wollen. Und wenn sie brav gewartet haben – dann kommen die Pöbler und sind wichtiger.

Da habe ich ehrlich gesagt im Moment wenig Kraft zu, da lasse ich mir meinen AfD-Wähler-sind-doof-Witz nicht nehmen. Ihr versteht das sicherlich, zumindest erwarte ich das von euch.

Listen mit Flausch: 7 Dinge über ES

In which I go and blog again.

  1. Derry. Derry ist die Stadt, in der ES spielt. Derry ist ein Ort der Verschwiegenheit. Die Kinder verschwinden, die Erwachsenen sehen weg. Egal, was ist, die Erwachsenen sehen weg — oder sind selbst die Täter_innen. Die Kinder und Hauptfiguren haben entsprechend keine Hilfe zu erwarten, vielmehr leiden sie unter ihren Eltern. So weit das Buch. Im Film wird das nur stellenweise deutlich. Dadurch gerät die Thematik des Erwachsenwerdens, der Abkapselung von Autoritäten ein wenig in Verschwommenheit. Diese Dinge werden entsprechend gesagt, aber weniger gezeigt.
  2. Klang. Schaut euch diesen Film an: How to make music scary (4 min). Diese Musik wird in ES wummernd über euch gegossen, wieder und wieder. Das ist ein Trick, der durch Wucht und Masse an Wirkung verliert. Manchmal gibt es auch Krach. Oder Rockmusik als Pointe.
  3. Ton. Auch die Stimmung des Films ist unausgewogen. Wenn die Kinder sich gegen ihre Peiniger wehren, erklingt harter Rock, gleichzeitig beginnt das Ganze mit einem Gag. Ist das nun eine witzige Szene, oder ein Triumph, oder ist es den Filmatisten scheißegal? Ebenso die Gruselei. Da wechselt es von verstörenden Bildern zu hektischem Geschüttel zu Bombast zu minimalem Splatter (nur subtil ist es nie). Dadurch wird immer wieder die Spannung gebrochen, weil die nächste Veränderung kommen muss — und sie springt uns wahrscheinlich auch noch ins Gesicht.
  4. Frauen. Es gibt eine Bibliothekarin. Ansonsten kommen genau zwei Frauen vor: Eddies Mutter wird betont mit ihrer Körperfülle gezeigt und diese als Pointe benutzt, wie es den Vätern des Films nicht ergeht. Die sind zwar schmierig, aber klar dominant—maskulin. Die Mutter ist ein fetter Witz wie Howards Mutter in der Big Bang Theory. Die dritte weibliche Figur mit mehr als einer Szene ist ein Papierboot, weil wir zwei Mal hören, dass Boote weiblich sind.
  5. Und dann ist da noch Beverly. Im Buch ist Beverly arm und wird von ihrem Vater geschlagen. Der Film hat auch hier wieder tonale Schwierigkeiten. Beverly wird recht klar von ihrem Vater missbraucht. In der Schule gibt es Gerüchte über ihre angebliche Hypersexualität. Sie lenkt mit sexuellen Anspielungen einen Erwachsenen ab. Schon das wird eher neutral bis positiv gezeigt, nicht als seltsame Folge ihrer Erfahrung. Sie ist auch eindeutig Objekt der Begierde von allen Jungs, zwei Jungs insbesonders. Beide Jungs werden sie ungefragt küssen, und Beverly wird das gefallen. Diese Übergriffigkeit fällt den Filmatisten nicht auf, ebensowenig, dass sie bei Erwachsenen raubtierhafte Begierde als bedrohlich zeigen, bei Kindern aber ebenso inszenieren, mit dem Unterschied, dass es um Gleichaltrige geht.
  6. Die Kids. Wir müssen heutzutage in so einem Film nicht mehr 6 Jungs und ein Mädchen haben, nicht mehr 6 weiße und eine Minderheit, nicht mehr nur heterosexuelle Kinder usw. Hollywood ist weiter. Wobei die Darsteller allesamt gut sind, und Sophia Lillis ist großartig als Beverly. Ich möchte auch noch die Szene erwähnen. Im Roman verbrüdern sich die Kinder (sic), indem sie nacheinander mit Beverly schlafen. Das ist quatsch und unfilmbar und passiert hier auch nicht. Gut so.
  7. Flausch. ES hat eher geringen Flauschfaktor. Auch die Freundschaft der Kinder hat eine Umarmung und wenig Kuschelei. Das ist bei einem Gruselfilm auch wenig verwunderlich. 

Am Ende ist ES okay, aber problembehaftet, vor allem dadurch, dass es eher brachial vorgeht und wenig Sinn für thematische Klarheit, konsequente Atmosphäre und Subtilität hat. Aber gute Darsteller und ein paar Schocks. Der Schlaf ist aber nicht gefährdet.

Übersicht: Comics, die ich lese

…und ggf. bespreche

  • The Wicked and The Divine
  • Bitch Planet
  • Unbeatable Squirrel Girl
  • Lumberjanes
  • The Spire
  • Trees
  • Broken World
  • Deep State
  • Giant Days
  • The Midas Flesh
  • Saga
  • Black Widow
  • Ms Marvel
  • Lazarus
  • Velvet
  • Southern Cross
  • The Walking Dead (lese ich nicht mehr, rezensiere ich aber vielleicht)

Ich habe immer Interesse an Comics mit diversen Charakteren, gerne PoC und/oder Frauen, die nicht sexualisiert werden. Superhelden sind nur sehr begrenzt mein Ding, wie man oben vielleicht auch erkennt. Habe aber auch da ein paar Sachen gelesen, die nicht mehr fortgeführt werden (oder unter anderen Leuten) bzw. Sachen angelesen.

The Walking Dead – 4×12

Inhalt: noch eine Groteske, Gewalt, Dödelei

Nun sind die Figuren aus Ricks Rudel versprengt und wir erhalten tolle Storys. Ha ha, tun wir nicht. Aber immerhin Storys. Diese:

  • Michonne darf Hershels Zombiekopf töten (grotesk) und dann erneut mit angebundenen Tarnzombies rumlaufen, bis sie ihre Trauer überwältigt und sie alle Zombies um sich herum erschlägt (der typische Umgang mit Trauer in dieser Serie). Sie träumt von ihrem Kind und dann zieht sie los, um schließlich Rick und Carl zu finden. Das alles dauert etwa 10 mal so lang wie hier beschrieben.
  • Rick und Carl stapfen durch eine verlassene Stadt, die zwar in der Nähe des Gefängnisses liegen muss, von Ricks Rudel damals aber noch nicht leer geräumt wurde. Das zeigt die unglaubliche Planung dieser Leute, die auch für den Fall einer Evakuierung zwar einen Fluchtbus hatten, aber kein gemeinsames Ziel, an dem man sich wiederfindet. Rick bricht zusammen und Carl erklärt ihm explizit, dass er nun erwachsen sei und Rick nicht mehr brauche. In der allernächsten Szene stirbt Carl fast und verliert seinen Schuh. Dann kann er den im Delirium stöhnenden Rick – den er für einen Zombie hält – nicht erschießen (kein Problem bei seiner Mutter), und dann sagt Rick: „Du bist ein Mann, Carl.“ Mann. So ein Quatsch, und meines Wissens schon 1-3 Folgen vorher abgenudelt, als die beiden gemeinsam Zombies niedermähten.
  • Carl und Michonne gehen auf Plündertour. Vorher gibt Rick ihr den Auftrag, Carls Freundin zu werden und ihn locker zu machen, also haben alle Gespräche schon mal einen seltsamen Beigeschmack, als wären sie vom Anführer befohlen. Jedenfalls spricht Michonne erstmals über ihr totes Kind – aber nur, um Carl aufzulockern. Ihr Trauma wird so das Gefährt, Carls Verhalten zu beeinflussen. Furchtbar.
  • Rick muss derweil unter dem Bett vor bösen Plünderern Zuflucht nehmen, inklusive dem Klassiker, dass einer der Plünderer bei einem Kampf unter das Bett guckt, bevor er Rick aber verraten kann, wird er kampfunfähig, und dem Klassiker, dass ein Bösewicht mit angezogener Hose auf der geschlossenen Toilette sitzt. Und dem Klassiker, dass… ach, das ist alles sehr doof und altbekannt und endet damit, dass Rick geduckt über den Hof huscht und mit Carl und Michonne flieht. Ein Action-Highlight also.
  • Daryl und Beth sind im Wald. Beth will Überlebende suchen, Daryl nicht. Beth geht einfach, Daryl muss folgen. Sie erweist sich als halbwegs überlebensfähig, will aber nicht nur Schlange essen, sondern endlich mal was trinken (was ihr der tolle Patriarch Hershel immer verbot). Daryl als ihr männlicher Beschützer geht mit, und in einem Golfclub wird uns überraschenderweise und wiederholt erzählt, dass Daryl keine reichen Leute mag und arm war. Anstatt Beth dann dem Pfirsichschnapps zu überlassen, führt er sie zu einer nahen Hütte mit Distille (die auch nicht ins Gefängnis wanderte), wo Beth ihre Unschuld verliert und zum Glück nur Alkohol trinkt, während Daryl noch einmal explizit sagen darf, wie scheiße seine Kindheit war. Am Ende zünden die beiden die Hütte zu einem coolen Lied an, was doch recht cool wirkt.
  • Maggie, Sasha und Bob sind ebenfalls in einem Wald. Maggie will Glenn suchen, die anderen nicht. Maggie geht einfach, die anderen müssen folgen. Hui, wird hier Neues ohne Ende erzählt. Sie treffen auf den Fluchtbus, der geschlossen und voller Zombies ist, was irgendwie unmöglich zu sein scheint. Glenn ist aber zum Glück nicht dabei.
  • Glenn wacht im Gefängnis auf, rüstet sich aus, findet Tara (die überlebende lesbische Schwester aus der neuen Familie des Gouvernors) und nimmt sie mit. Er will Maggie suchen, und oh Wunder, Tara geht gleich mit. Die beiden treffen aber stattdessen:
  • Abraham Ford Lincoln Mercury, einen weißen Army-Typen, Rosalita Espinoza, die aussieht wie ein Cosplay von Lara Croft und als Namen das Latina-Äquivalent von Wilhelm Dauerwurst oder Fred Freizeit hat, sowie Doktor Manta, ein Typ, der wie ein Roboter geht und unfähig zu sein scheint, aber das Geheimnis der Zombieplage kennt (es ist geheim!) und dieses nach Washington bringen will.
  • Glenn und Tara wollen Maggie suchen, Abraham, Rosalita Espinoza und Doktor Mantamatte nicht. Glenn geht einfach, die anderen gehen hinterher… nachdem Doktor Manta den Tank des Lasters kaputt geschossen hat. Also ganz anders als oben.
  • Tyreese, Lizzie, Mika und Baby Judith sind schließlich auch noch im Wald. Lizzie ist soziopathisch und tötet süße Hasen, und beinahe auch das Baby, das nun drei Folgen lang womöglich tot war. Als Tyreese die Kinder alleine lässt, um zwei Fremden zu helfen (vergebens), werden die Kinder von Carol gerettet. Nun reist Tyreese also mit der Frau herum, die vermeintlich seine Geliebte tötete, was er aber nicht weiß, und dem Mädchen, das wahrscheinlich in Wahrheit seine Geliebte tötete, was er auch nicht weiß. Wichtig ist auf jeden Fall, dass das total ironisch ist und sich nur um Tyreese dreht, und dass der jetzt auch nicht mehr das Baby tragen muss, Carol (und damit eine Frau) ist ja nun da.

Insgesamt gibt es hanebüchene Zufälle und Unwägbarkeiten, und wenn man wie diese Serie anscheinend dramatische, von Charakteren getriebene Konflikte inszenieren will, dann sollten diese Charaktere durchgehende Motivationen haben und nicht nur Fetzen von sich verändernder Backstory samt Verhalten, was sich dann in Klischee-Dialogen äußert. So kümmern mich die Charaktere nicht, die Ereignisse sind aber nicht spannend und rasant genug, das aufzuwiegen.

Ach so, anscheinend reisen alle nach und nach Richtung Terminus, eine angebliche Zuflucht entlang der Bahngleise.

Vorherige Beiträge:

The Walking Dead

Stand: Staffel 2, Folge 9

Stand: Ende Staffel 2

Stand: Staffel 3, Folge 4

Stand: Ende Staffel 3

Stand: Staffel 4, Folge 5

[Stand: Staffel 4, Folge 8][7]

Hallo Welt!

Hier will ich vielleicht schreiben über Dinge, die mich ärgern. Ich möchte aber nicht nur Links posten und wahrscheinlich fehlt mir die Zeit, tagesaktuell zu berichten. Also gibt es Beiträge als Essays, als eigenständige, nicht ganz ins Tagesgeschehen eingebundene Relikte.

Werde ich über Bücher schreiben, Stück für Stück, Kapitel für Kapitel? Wahrscheinlich nicht, solange ich nur Schulliteratur lese. Aber vielleicht ermöglichen die Sommerferien mir ja ein wenig Lektüre nebenbei. 

Ich möchte über Filme schreiben, über Serien, über Medien generell. Dies ist immer noch ein Fokus von mir, Medien und Medienschaffende, und das wird sich hier widerspiegeln. Ich habe auch ein Podcastformat, aber dazu muss ich erst einmal mehr als 3 Podcasts aufnehmen (die drei, die ich habe, sind zudem nicht in dem von mir während des Entstehens verfeinerten Format). Alternativ hätte ich Spaß an einer Version des Now Playing Podcasts, die auch Gerechtigkeitsfragen nicht außer Acht lässt.

Vielleicht schreibe ich auch über Schule. Ich bin ja ein Lehrertentakel.

So weit mein erster Beitrag, der als Test entstand. Ich schreibe an einem iPad mit BlogPadPro (Off-line-Modus) und einer Bluetooth-Tastatur von Microsoft. So erhoffe ich mir, halbwegs regelmäßig schreiben zu können. Ebenso schreibe ich im Zug, weshalb Verlinkungen und ähnliches sporadisch sind oder an einen Text angehängt werden. 

Und jetzt viel Spaß!

Hier könnte ihr Bildzitat stehen…

BildzitatDa das deutsche Urheberrecht selbst bei Zitaten eine sehr hohe Grenze setzt, die mir auch mit Anleitung und Erklärung Rechtsunsicherheit verursacht, verzichte ich in meinen Rezensionen auf Bild- und Textzitate.

Für jedes Buch und ggf. jeden Screenshot im Netz die Urheberinnen zu ermitteln und zu fragen, wäre für dieses Hobby-Blog ohne kommerzielle Hintergedanken zu aufwändig.

Ich werde aber gerne Zitate und Bildzitate einbinden, wenn ich die explizite Erlaubnis der Urheberinnen habe. Also richtet sich das an die Verlage: Wenn Sie mir nachweisen, dass Sie Urheberin sind bzw. die Rechte übernommen haben UND mir ausdrücklich die Nutzung erlauben, gibt es zur Rezension Ihres Buches auch ein Bild. Ansonsten nicht.